Es gibt Dinge im Leben eines Trainingsplanes für einen Marathon, da weißt du einfach, dass das hart wird. Das können Intervalleinheiten sein, oder ein hohes Pensum an Kilometern in der Woche (so gegen 100) oder schnelle Dauerläufe.
Sucht man ein paar Weblogs und Foren ab, sieht man aber, dass alle eigentlich das selbe Problem haben: Den Longjogg, der meistens für Sonntag morgen geplant ist.
Bei meinem bisherigen Training für den LCC Marathon in ein paar Wochen habe ich bis jetzt keinen der 5 Langen Läufe ausgelassen, worauf ich auch stolz bin. Heute wars aber besonders besch…eiden und das hat mich dazu bewogen, einmal eine kleine Liste zu verfassen, die einen Longjogg besonders schwer machen.
Dinge, die es nicht leichter machen für einen Longjogg am Sonntag:
- Das Essen am Vortag
Nichts ist meiner Meinung nach schlimmer, wenn man bei KM 15 schon einen leichten Druck spürt, der dann bei km21schon sehr unerträglich wird und gegen KM27 einen zu der Entscheidung bringt, dass man nun doch einen Gang höher schalten wird.
Mein Tipp: Die letzte Mahlzeit spätestens gegen 18:00 Uhr am Vortag, damit man am nächsten Tag vor dem Lauf noch mal aufs Klo gehen kann.
Heute: bzw. gestern zu Mittag ne Tiefkühlpizza reingeschossen und am Abend noch mal was vom Chinesen bestellt. Abgesehen von der Menge natürlich vollkommen bescheuert.
- Essen und Trinken während dem Lauf
Okay, es ist nur Training aber warum soll es während einem Longjogg anders laufen als beim richtigen Wettkampf. Da schaut man ja auch darauf, dass man genug zu essen und zu trinken mit hat. Außerdem sollte man gleich mal Trainieren, während dem langen Laufen stehen zu bleiben und oder dabei zu trinken, essen. Das hilft dann im Wettkampf.
Mein Tipp: Ich verwende immer schon die Nahrung, die ich dann auch im Wettkampf benützen werde. Derzeit bin ich voll auf diesen Schneekoppe Fruchtstanden eingeschossen. Trinken bin ich mit Wasser aus den Brunnen in der Lobau bzw. am Rand der Donauinsel zufrieden. Wenn du das Wasser im Magen gluckern hörst, dann wars zu viel.
Heute: was das betrifft alles richtig gemacht
- Soziale Verpflichtungen / Stress
Ganz klar: Der Sonntag gehört meist der Familie und ist schon fix verplant. Aber mal ehrlich. Wer macht mit seiner Familie schon was vor dem Mittagessen – ein Longjogg geht sich natürlich aus. Nur leider muss man dafür schon um 8 aufstehen, damit der Körper sich halbwegs auf die Belastung einstellen kann. „Verschläft“ man das, im wahrsten Sinne des Wortes, wirds ganz schnell sehr stressig.
Mein Tipp: ganz klar – früh aufstehen.
Heute: Komplett verbockt. Wegen Essen (siehe Punkt 1) und Wahl entschlossen, erst um 13.00 Uhr wegzulaufen. Das haute natürlich die ganze Planung für heute zusammen. Die Zeit nach dem Lauf war nur Stress und nicht angenehm.
- Alkohol, Zigaretten und der Tag davor
Natürlich ist es lässig, am Samstag cool wegzugehen, ein paar Zigaretten zu rauchen und so viel Bier wie man Lust hat. Sofern man es am nächsten Tag dann schafft aus den Federn zu kommen und am Vormittag wegzulaufen, wird einem ganz klar vor Augen geführt, wie „gesund“ all diese Dinge sind.
Der Körper ist schon von Anfang an dehydriert und die Lunge schwerst beleidigt. Unter diesen Voraussetzungen können 32km zur reinsten Hölle werden.
Mein Tipp: Die Samstag Abend einfach streichen und schon am Freitag ausleben. *g*
Heute: Obwohl am Samstag nicht weg, war ich heute total fertig. Wohl auch wegen Wahl bzw. Organisationsstress. Bis zum Lauf mindestens 8 Zigaretten geraucht (im Auto) und zwei Kaffee und ein Red Bull verinnerlicht. Das Ergebnis: im Auto hatte ich schon 110 Puls und beim Weglaufen mehr als 150.
- Was fällt euch noch ein?
Zusammenfassung von heutigen Longjogg 32km
Hier mal die Fakten:
Dauer 3:08:35
Energieverbrauch 1935 kcal
Anzahl der Herzschläge 29054 Schläge
Durchschnittliche Herzfrequenz 154 S/min
Maximale Herzfrequenz 171 S/min
Ø Tempo 5:52 min/km
Distanz 31,8 km
Kilometer gesamt 316 km
Als ich weggelaufen bin, hatte ich schon mehr als 150 Puls und war bei einem Tempo von 6:00min Pace angelangt. Das war natürlich Wahnsinn. Dazu kam die Sonne, das warme Wetter und null Wind. Die ersten 5km habe ich dann nur gehofft, dass sich mein Körper schnell umstellen wird und es vielleicht doch noch besser wird – leider vergebens.
Als nach 16km noch immer alles beim alten war, dachte ich mir, dass ich wenigestens irgendwas aus dem Lauf machen wollte und beschloss die nächsten 10km mit Puls 160 – 165 zu laufen. Das war dann recht spannend. Anfangs war ich noch bei 5min Pace, gegen Ende wieder bei 5:20. Nach diesen 10km war ich aber vollkommen fertig. Da ging nichts mehr.
Die sportliche Leistung zu dem Tag war also echt schlecht. Ich fühlt mich aber auch danach, warum auch immer. Aber ich habe es geschafft und meinen 5ten Longjogg geschafft. Das macht mich wieder einmal stolz.
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Also ich habe dann noch (ab und zu) das Problem, mit meiner Frau Grundsatzdiskussionen führen zu müssen, warum ich ausgerechnet Sonntags morgens sooooo lange laufen gehen muß, wo sie sich doch wenigstens gelegentlich auf ein Frühstück mit mir freuen würde, aber auf der anderen Seite, ist sie stolz, wenn sie erzählen kann, was für einen sportlichen Mann sie hat