Half Ironman St. Pölten

Half Ironman 2009 St. Pölten

Das Missionsziel im September 2008 war klar. 2009 den Half Ironman in St.Pölten machen und sich dort dann das Ticket für den Ironman 2010 in Klagenfurt zu sichern. Das war so ausgemacht mit den Freund/Sport und Veranstalterkollegen Stefan Trybus. Dann kam Lauf das Dorf 09 und seither weiß ich: Es gibt nichts Unsportlicheres als ein Sportevent zu organisieren.

Da wurde die Trainingsstartphase von November auf Dezember, von Dezember auf Jänner und dann überhaupt „einmal verschoben“. Und so kam es, wie es kommen musste. Gänzlich untrainiert aber voller Vorfreude auf den bevorstehenden Event, lief ich am Sonntag den 24.Mai ein.

Pasta PartyDer Tag davor, oder wie eine Pastaparty sein muss:

Am Samstag reiste ich gegen 12:00 in St.Pölten ein. Gleich mal beeindruckt vom tollen Event Areal, das zu meiner Verwunderung Platz für ALLE Autos bot. Nachdem ich sowieso kein Quartier hatte sondern geplant im Auto schlafen wollte (großer Sharan, Unterlagematte, Schlafsack) war ich natürlich begeistert.

Stefan beim Check InAm Check in war das Warten noch im Maß zu ertragen, die IronmanCity erinnerte ein wenig an Klagenfurt, wenn auch nicht ganz so groß. Stadion und Wechselzonen wurden inspiziert, und dann in den Check In Phasen mit meinen Sachen befüllt. Ein wenig nervig in St..Pölten, dass die beiden Wechselzonen nicht ident sind und man so am Tag davor schon ziemlich mitdenken muss bzw. manche Dinge einfach in doppelter Ausführung benötigt. Irgendwie hab ich aber alles geschafft und bis auf ein zweites Handtuch nichts vergessen.

Die Pastaparty bzw. Rennbesprechung war dann der volle Hit. Mein Resümee: ein Teller Nudeln, zwei Bier, ein Teller Nudeln, zwei Bier (dann hab ich aufgehört). Die Nervosität war dann „plötzlich“ weg, freute mich auf den nächsten Tag und ging schlafen.

Der Renntag – Schwimmen

Vorbereitung war ja dieses Mal nicht mein Ding. Weder trainingstechnisch noch vom Materialseite. Als ich um 6:30 dann also Richtung Schwimmstart ging, in der Gewissheit noch einen wichtigen Klogang zu schaffen, war ich kaum nervös. Als ich nach dem Klo und Startplatzsuche so gegen 6:45 meinen Neo noch immer nicht anhatte, ging es auch noch. Dann aber das Entsetzen: Wie zieht man so ein Ding eigentlich an. Stimmt, war ja schon fast zwei Jahre her der Ironman Klagenfurt. Sehr peinlich – Panik – Gott sei Dank Hilfe von Stefan – geschafft – auf zum Start um 6:55.

Start dann um 7:15 und es war wie üblich. Drängelei, trotz Wellenstart, und halt bis zur ersten Boje ein wenig mühsam. Ich hatte aber schnell sowas ähnliches wie einen Rhythmus gefunden und schwamm eben vor mich hin. Die Uhr zeigte so um die 150 Puls an, die Arme waren gleich zu Beginn beleidigt, aber es lief. Da die Schwimmerei zweigeteilt war, gab es einen Ausstieg nach etwa 900 Metern. Ich bin eigentlich gewöhnt, dass einem beim Ausstieg geholfen wird. War aber nicht so. Das spielte sich dann so ab: Ich steh aus dem Wasser auf – Linksdrall – ich liege wieder im Wasser – steh auf – Rechtsdrall – liege im Wasser – steh auf – Linksdrall – nehme einen Kollegen mit und wir liegen beide im Wasser (ich habe nicht ganz verstanden was er mir da gesagt hat*g*). Entscheidung: Brille runter und gaaanz langsam machen. Das funktionierte dann auch. Der zweite Schwimmpart über die restlichen 1100 Meter war viel entspannter. Gleichzeitig kam die Sonne raus und es war einfach nur schön und dauerte keine Sekunde zu lange, denn gegen Ende merkte ich schon, dass alles ein wenig mühsamer wurde. Dennoch. Nach 44min hatte ich den Part 1 geschafft und war gut drauf.

Der Renntag – Wechseln von Schwimmen zum Rad

Ich hatte es nicht eilig. Den ganzen Tag über nicht. Also ging ich mal locker aufs Klo, setzte mich gemächlich hin, gab Uhr und Chip runter und versuchte aus dem verdammten Neopren Anzug rauszukommen. Das funktionierte nicht so wie ich wollte, schlussendlich aber natürlich dann schon. Dann Helm auf und Schuhe an und raus auf die Strecke. Das Ergebnis: 8 Minuten gewechselt (normal ist so etwa 3 Minuten).

Der Renntag – Radfahren

Ich fuhr also weg und sah auf den Tacho der Uhr. Keine Geschwindigkeit wurde angezeigt. Toll. Ich blieb stehen und stellte alles noch mal genauer ein. Kein Erfolg. Also keine Km/h Anzeige. Auch egal, denn viel wichtiger war, dass die „Cadence“ Anzeige funktionierte – also „Umdrehungen pro Minute der Pedale“. Im Ausdauerbereich sagt man immer, dass ein Wert so gegen 90 – 100 optimal ist, um kein Laktat aufzubauen. Und das war dann mein Missionsziel. „Fahre die Strecke immer zwischen 90-100 und bleib mit dem Puls ja unter 140, besser 135! – sonst ist spätestens beim Laufen alles aus!“. Daran hielt ich mich – fast sklavisch – soweit es ging. Bei den beiden Steigungen ging es sich natürlich nicht aus aber sonst war ich eben gemütlich unterwegs und hatte so viel Spaß wie man am Fahrrad eben haben kann. Mein Sport ist es halt nicht. Nach 3:30h kam ich im Ziel an und war gut drauf. Die Strecke hatte nicht einen Kilometer zu lange gedauert. Ich freute mich auf das Laufen und hatte mich mit Sicherheit nicht „verblasen!“.

Der Renntag – Wechseln Rad zum Laufen

Natürlich war ich wieder am Klo. Dann raus aus den Schuhen und rein in die Laufschuhe. Mein größtes Problem: Ich hatte keine Sonnencreme eingepackt. Meine größte Befürchtung: Bei der Sonne, die jetzt schon sehr sehr stark war, viel zu viel einzustecken. Das war mir beim Ironman 2007 eine Lehre und diesen Fehler wollte ich nicht zwei Mal machen. Also die Wechselzone nach Sonnencreme abgesucht – bei einem Athleten fündig geworden, erfolgreich angeschnorrt und weitergelaufen. Zeit: 5:30 Minuten

Der Renntag – LaufenCIMG0229

Der Kurs in St.Pölten muss zwei Mal durchlaufen werden. Also 10km. Schon bei den ersten paar Metern wusste ich „Das geht sich alles aus – ich würde finishen!“. Ein sehr sehr schönes Gefühl. Immerhin war das ja nicht ganz sicher, denn wie gesagt – meine Vorbereitung war ja…naja. Egal. Mir ging es super. Der Kreislauf war bei ca. 145 Puls und das war kein Problem. Den ersten Kilometer in 4:40 gelaufen, den zweiten in 5:00 und dann war plötzlich klar:  Mein Kreislauf schaffts, meine Oberschenkel schaffen es auch, aber meine Unterschenkel sind am Kollabieren. Meinem Gefühl nach hätte man ein Messer in meine Unterschenkel stoßen können – es wäre wohl abgebrochen – halt meinem Gefühl nach. Also musste ich langsamer werden, bei den kleinen Steigungen beschloss ich zu gehen und auch sonst nahm ich jede Labestation (die waren top!!!) dankend an. So lief ich halt wieder so meinen 5:45 – aber es wäre mehr gegangen.

Mein Gefühl sagte, dass die Sache kein Problem mehr darstellen würde. So wars auch. Nach 10km und der ersten Schleife bog ich in meine letzte Runde ein. Km 11 – 15 waren ereignislos. Dann machten sich Knieschmerzen rechtes bemerkbar, die immer stärker wurden. Klar, die Kraft um noch abzurollen, hatte ich schon bei KM 1 nicht mehr. Das war dann noch ein wenig nervig, aber schlussendlich auch kein Problem.

Das Ziel nach: 6h 33min 16sek

Das war natürlich wieder eine Wucht. Ironmanstimmung kam auf. Ich hatte es also geschafft. Nachdem ich zwei Jahre lang nicht geschwommen war meisterte ich die 1900 Meter im Wasser.
Mit ganzen 2h15 Trainingseinheiten am Rad im letzten Jahr und gezählten 7 Laufeinheiten bewältigte ich die 90km am Rad und die 21,1km laufend. Ohne ausgepowert zu sein, ohne jemals ans Limit gegangen zu sein. Ein schönes Gefühl.

Resümee

Nein, mein Ziel ist es nicht noch einmal dermaßen untrainiert zu so einer Sache zu kommen. Denn auch wenn ich es dieses Mal geschafft habe, hätte es a) auch schwer ins Auge gehen können und b) man sieht, dass ich nun mit meiner Erfahrung schon viel bringen kann. Jetzt muss ich mal wieder voll fit an den Start und mir eine super Zeit holen. Lust auf mehr hat der Half Ironman St.Pölten auf jeden Fall gemacht.

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