Ironman 2010 – 180km Radfahren

Nachdem ich mich in der Wechselzone kurz vom Wörterseewasser entleert hatte, gings schon auf die Radstrecke. Dort checkt man dann erst, dass der Ironman wirklich begonnen hat. Beim Schwimmen ist ja nur Stress, aber am Rad kann man schon ein wenig nachdenken. Ich fahre die ersten 30km und denke mir immer, wo der Stefan wohl sein wird. Er als super Radfahrer und mit viel mehr Schwimmtraining war sicher 30 Minuten vor mir. Da sehe ich ihn plötzlich vor mir auf der Radstrecke und fahre neben ihn.

Ironman ist ein Einzelsport. Kein Windschattenfahren, kein Ziehen lassen, keine Hasen beim Laufen. Dennoch tat es wahnsinnig gut den Stefan zu sehen. Nicht aus Konkurrenzdenken, sondern einfach weil man nicht mehr ganz alleine ist. Wir quatschten ein wenig. Jeder schilderte kurz seine Eindrücke vom Schwimmen. Es ging ihm ähnlich wie mir. Er meinte, dass er nicht schneller mit dem Rad fahren würde. Er wäre jetzt bei Puls 120 und das würde er auch halten. Okay, ich war bei der selben Geschwindigkeit bei 140 und das passt für mich auch. Also fuhren wir „zusammen“ weiter. So ging das die nächsten 150 Kilometer. Stefan und ich blieben immer in Sichtweite. Er zog bei den Bergaufstrecken ein wenig davon, ich machte das bei den Ebenen wieder wett.

Die erste Runde steckte ich locker weg. Essen war okay, der Wind war nicht existent und es passt für mich alles. Mit 2:54h war ich super im Plan und mir gings gut. Bei KM 120 fing es dann schon ein wenig zu nerven. Mir tat zwar nichts weh, aber ich merkte, dass ich mehr Kraft brauchte als noch bei der ersten Runde. Der Puls stieg um 2-3 Schläge, die Erholungsphasen beim Bergab-Fahren brachten nicht mehr die selbe Erholung wie bei Runde 1. Bei KM 140 wurde der Himmel plötzlich schwarz und Wind kam auf. Zuerst nur von rechts, dann frontal. Ein Wärmegewitter war im Anrollen und zog mir den letzten Nerv. Es schüttete wie in Strömen, ich war klitschnass und der Wind machte mich fertig. Meinen Motivation war gegen Null. Aber irgendwie hört man halt nach 150km auch nicht auf und ich fuhr die Runde fertig. Meinen Puls musste ich in der zeit vernachlässigen, weil ich sonst zu langsam für meine Motivation gewesen wäre. Das letzte mal Ruppertiberg war hart, aber mit der Hilfe von Stefan Brabec dann wieder ganz lustig. Ich fuhr die zweite rund ein 3:12 zu Ende und war mit der Radzeit sehr sehr zufrieden.

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