
Wenn man an einem Tag um 4 Uhr aufsteht, kann das normalerweise nicht gut enden. Beim Ironman ist man da eigentlich noch fast „spät“ dran. Das Frühstück – obligatorisch – aber viel bekommt man da nicht runter. Man zwingt sich halt, macht ein paar blöde Witze. Um 5:30 sind wir Richtung Wechselzone aufgebrochen. Nochmal das Rad checken und die letzten 3 bar in die Reifen reinpumpen und hoffe, dass der Knall des Schlauchs ausbleibt. Erwin wartete auf mich und ich rauchte – obwohl ich mir das anders vorgenommen hatte – noch mal eine Zigarette. Sucht ist Sucht – schade. Dann gings schon auf in das Strandbad. Um 6:30 trafen ich mich mit Stefan, Nadja, Eva und Stefans Vater/Bruder im Strandbad und spätestens da ist klar „ Jetzt wird es ernst!“ Zarte Versuche den Neoprenanzug anzuziehen enden wieder mal in einem Krampf/Kraftakt.

Um 6:45 stehen Stefan und ich im Wasser, machen ein paar Tempi, fluten den Neopren und warten auf den Start. Der Kommentator peitscht die 2.500 Start noch einmal an, das Publikum klatscht. Ich dreh mich gerade Richtung Erwin, da schwimmen schon alle weg. Super, sogar den Start verpasst.
Schwimmen: Mit insgesamt 10 Wassergängen als Vorbereitung habe ich mir nicht viel erwartet. Die Startphase gleicht einem Kampf, das an die Lachse in Kanada erinnern die diesen Fluss raufhüpfen wollen. Es geht einfach nix weiter. Vor, hinter, neben dir einfach nur Schwimmer. Ich finde bis zur ersten Boje bei 1.500 Metern nur schwer den Rhythmus. Bei der Boje das ur Gedränge, aber ist mir auch egal. Ich schau auf den Puls. Der lag bei etwa 140. Das war okay. Nach der Boje geht’s locker weiter zur nächsten dann zurück zum Eingang in den Lendenkanal.
Als ich dort ankomme schaue ich mal nach links und rechts und sehe, dass mein Feld ca. 150 Meter breit ist. Der Lendenkanal aber nur ca. 20! Dass das jetzt hart wird, wusste ich. Es wurde aber härter. Zwei mal bekam ich von einem idiotischen Brustschwimmer voll die Beine ins Gesicht. Beim zweiten Mal holte ich ihn mir mit der Hand, griff an der Schulter, drückte ihn unter Wasser und schwamm „über ihn drüber!“ Brustbeintempo beim Ironman, das geht nicht! Nach 17 Minuten komme ich im Ziel an und war recht froh drüber, dass es vorbei war. Etwas mehr Training wäre nicht schlecht gewesen – aber eigentlich wars ganz okay.

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