
Am Freitag Mittag reisten Erwin und ich also nach Klagenfurt. Die schlimmste Frage VOR einem Ironman ist eigentlich die : „Und? Wie lange glaubst Du wirst Du brauchen?“ Diese Frage hat es in sich. Erstens stellt man sich diese Frage ja selber mehr als 1000 Mal und zweitens beinhaltete diese Frage ja auch die Erwartung des Gegenübers, dass man DAS überhaupt schafft.
Als Betreuer – in meinem Fall Erwin – hat man es da nicht ganz leicht. Man will natürlich nicht verunsichern und redet über alles noch mal. Die Tage vor dem Ironman gibt es eben nur Iornmanthemen und das reicht von der Nahrungsversorgung am Rad bis hin zu den eingeplanten Klogängen nach dem Schwimmen. Und jedes Thema wird natürlich 10 mal durchgekaut. Für Erwin und Nadja (die Betreuerin von Stefan) war das sicherlich nicht „immer spannend“ aber ich denke man merkte auch, dass Stefan und ich eben etwas nervöser waren als sonst.
Nachdem wir uns am Freitag bei der Organisationsleitung angemeldet hatten, war bis Samstag Mittag nichts mehr zu tun. Ich hatte mit Erwin schon lange ausgemacht, dass ich an diesem Freitag vor dem Ironman wohl etwas länger ausgehen und etwas mehr trinken wollen würde. Erwin war natürlich dabei und es wurde ein lustiger und spannender Abend unter Freunden, der dennoch um 1 Uhr sein Ende fand und damit das erreichte, was auch das Ziel war: Die Gedanken an das Rennen zu vergessen und schlafen zu können.
Am Samstag folgte dann der Bike Check in – und dann zog sich das Ganze unendlich lange. Das geplante Schlafengehen um 10 fiel natürlich flach, aber so gegen 12 hab ich dann doch meinen Schlaf gefunden.
Ach ja: „Und? Wie lange glaubst Du wirst Du brauchen?“
Mein Plan war für das Schwimmen und in beiden Wechselzonen nicht mehr als 1:30h zu benötigen. Am Rad zwischen 6 und 7 Stunden zu bleiben, wobei für mich die Pulsmarke ab 142 als „Todeszone“ klar war. Höher durfte ich auf Dauer nicht fahren, sonst würde mir das selbe wie 2007 noch einmal passieren. Beim Laufen wollte ich unbedingt unter 4 Stunden bleiben. Mein Halbdistanz Lauf Zeit hatte mich so beflügelt, dass ich mir eine länger Marathonzeit einfach nicht vorstellen konnte. Ich „rechnete“ also mit etwa 12,5 h wenn alles gut ging.
Nachdem ich mir den Plan noch etwa 1.000.000 Mal überlegt hatte, schlief ich dann also ein.
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