Ironman 2011 – Schwimmen über 3,8km

Wenn man um 4 Uhr aufsteht, beginnt der Tag normalerweise nicht so gut. Dieses Jahr machte mir das wenig aus. Ich war blad „relativ wach“ und auch der letzte Bike Check etc. war schnell erledigt. Stefan Trybusstieß noch vor der Wechselzone zu uns und so fanden wir uns alle gegen 6:15 im Strandbad ein. Die Stimmung wie immer am Tiefpunkt. Die schaurige Musik – welcher Emu wählt eigentlich die Musik für den Start dort aus? – gab allen den Rest. Wie auch im letzten Jahr gab es kein Runterzählen der letzten Minute (um einen Massenpanik zu verhindern denk ich mal)sondern ein unangekündigtes „letzte Minute“. Erst in dieser Zeit durften alle ins Wasser. Wenig Zeit um die „notdürftigsten“ Dinge noch schnell zu verrichten – aber es gelang mir. *g*

Der Start

Dann die Kanone und es ging los. Die ersten 1,5 km waren wie immer geprägt von ein paar Hieben und Schlägen. Aber dieses Jahr empfand ich das eher als „harmloser“ und fand nicht viel dabei. Ich war wohl auch in einer ganz guten langsamen Umgebung. Der Puls ging langsam auf die 140 zu, ich fand meinen 3er Rhythmus und schwamm halt so gut ich konnte – wohl wissend, dass es nicht allzu schnell sein würde. Bei der 1.400 Boje, machte die Strecke eine 90 Grad Kurve. Ich sah auf die Uhr und es waren genau 26 Minuten vorbei… und meine Freude war groß. Ich hatte nicht das Gefühl am Limit zu sein und alles lief super. So konnte es weiter gehen.

Orientierungslosigkeit

Von der Boje zur nächsten waren es 400 Meter die parallel zum Ufer ausgelegt waren (das man natürlich nicht sehen konnte). Nach ca. 6 Minuten hatte ich das Gefühl, hier nicht richtig zu sein was die Richtung betraf. Ich legte ein paar Brustempi ein und sah, dass ICH und etwa 600 andere Teilnehmer nicht die zweite Wendeboje zurück zum Ufer, sondern schon die Markierungsboje in Richtung Ufer angesteuert hatten und zahlreiche Kajaks und andere Bote versuchten, diesen Tross von Fehlgeleiteten wieder „rechts rauf“ zur Wendeboje zu treiben. WIE man das als Kajakfahrer macht, weiß ich nicht. Ich wusste nur, dass ich eben einen kleinen Umweg geschwommen war und mir taten die leid, die ca. 100 Meter weiter links von mir schwammen.

Ab in den Kanal

Ich fand die Wendeboje und zurück gings ans Ufer. Ein Zuschauerschiff verursachte sehr unangenehme hohe Wellen – Gott sei Dank hat See ja Trinkwasserqualität. Mit einem „Schwimmnachbarn“ verhederte ich mich, als wir uns beide zuwandten, mit den Armen beim Kraultempo. sodass ich mir schon eine tolle Schulterluxation ausmalte. Aber eigentlich verlief die Sache im allgemeinen ereignislos. Puls war okay. Kraft war okay. Der Eingang zum Lendkanal durch die Sonnenreflexionen am Wasser so gut wie unauffindbar, aber auch das war nichts Neues. Der Lendkanal selber schwamm sich halbwegs gut, die Algen waren zum ersten Mal für mich sehr störend, vor allem als sich eine Ranke in meinem Mund verfing die ich bis zum Schwimmausstieg nicht los wurde. Aber Panik ist was anderes.
Der neue Schwimmausstieg war da schon etwas spannender. Dieser lag in einer kleinen „Bucht“ und war damit eher abgeschnitten von der Wassersogwirkung im Kanal. Merklich wurde das dadurch, dass die Sicht durch den aufgewühlten Schlamm gleich NULL war. Also nicht dieses helle Braun, wo man zumindest angenehm durch die Sonnenreflektionen sehen konnte, wie schnell man schwamm. Nein, Dunkelheit, weil nurnoch Dreck. Viele der Schwimmer hörten auf zu schwimmen und gingen im seichten Wasser die letzten 20 Meter zum Ausstieg. Ich schwamm und es ging auch irgendwie. Der Schreck war nur anfangs eben groß. Bei der Zeitmatte drückte ich auf die Uhr und mit 1:18h war ich voll im Plan.

Wechseln ohne Lulu gehen *g*

Das Wechseln verlief dieses Jahr wirklich gut – auch im Vergleich mit anderen Teilnehmern – und ich benötigte „nur“ 8 Minuten. Auch das war in meiner Rechnung so vorgesehen und bis jetzt war alles super. Schwimmen erledigt und rauf gings aufs Rad.

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