Ironman 2011 – Vorgabe – Taktik – Rechnung

Natürlich macht man sich ein wenig den Druck, dass man jedes Jahr ein wenig schneller werden will. Dem kann auch ich mich nicht entziehen. Alleine es ging mir nicht so um die Zeit, sondern eher darum WIE diese Zeit zustande kam. Mit 12:38 aus dem Vorjahr wusste ich, dass das nicht mein Leistungspotential war. Ich wollte dieses Potential einmal zu 100% ausschöpfen – und wenn es dann schneller war (und ich wusste, das würde es werden) dann gut. Wenn nicht – auch okay. Letztes Jahr hatte ich beim Laufen komplett den Schwung rausgenommen, um ja „angenehm“ durchzukommen – um mich rückblickend darüber zu ärgern es nicht „versucht“ zu haben. Nachdem ich mich im Laufen sehr stark fühlte, traute ich mir einiges zu. Ich wollte heuer unbedingt dazu kommen das Laufen gut angehen zu können. Sowohl 2009 als auch 2011 hatte ich mich am Rad dazu verleiten lassen, mehr zu machen als es gut war. So trieb ich Laktat und Puls in die Höhe und von „laufen“ war am Ende keine Rede mehr. Das Ziel und das wirklich einzige Ziel war daher: Nicht am Rad abschießen. Auf Grund meines ausführlichen *g* Schwimmtrainings war klar, dass ich mit einer 2 Minuten Zeit/ KM schon gut bedient wäre. Beim Wechseln wollte ich heuer, trotz umgebauter Wechselzone, nicht mehr so viel Zeit liegen lassen. Ich rechnete also: 3,8 Schwimmen + 2x Wechseln = 1:30h ! Das war natürlich optimistisch geschätzt. Beim Radfahren war ich 2009 und 2011 konstant bei der ersten Runde über 140 Puls und bei der zweiten Runde über 145. Das war zu viel, wie sich dann beim Laufen herausstellen sollte. DAHER oberstes – fast schon – Mantra: „Owe vom Gas!“ Ich glaube, diesen Satz habe ich mir gedanklich dann am Rad 100.000 Mal vorgesagt. Teilweise auch laut. Das Ziel für das Rad war, nicht über 140 Puls zu kommen (mit Ausnahme der Berge natürlich). Wahrscheinlich war es genau diese Zielvorgabe, die am Ende diesen Tag so perfekt machen sollte. Ich rechnete also aus den Erfahrungswerten aus den beiden letzten Ironman und meinen Trainingszeiten: 180km am Rad: 6:30h Vorausgesetzt ich würde das Schwimmen „überleben“ und mich beim Radfahren nicht „abschießen“, dann wusste ich – und das war die einzige Zeit, die ich im Vorfeld auch immer wieder sagte – ich würden den Marathon UNTER 4 Stunden laufen können. Rechnung für 42km Laufen: 4h Schwimmen (1,5) + Rad (6,5) + Laufen (4) = 12 Stunden Zielzeit Eine Rechnung mit zumindest zwei Variablen, also etwas gewagt.

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